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Ap
2005: Banjul - Gambia
04.04.2005 16:59

Ja die Giraffe stand noch da und sie ist auch klaglos angesprungen, dank der Solorzelle die wir auf ihrem Kopf montiert hatten um ihre Akkus waehrend des letzten halben Jahres zu laden. Wir haben ein bisschen an ihr rumgebastelt, sind ein wenig am Strand gelegen, aber das supergeile war unser Ausflug ins Hinterland, also 200 km flussaufwaerts. Da haben wir dann ein paar Tage in einem typischen Dorf gewohnt, ohne Strom, ohne fliessendes Wasser, ohne Autos. Wir haben einen jungen Amerikaner besucht der dort fuers amerikanische Peace Corps arbeitet und seit 1,5 Jahren in einer Familie in diesem Dorf wohnt. Wir waren fuer einige Tage im Kreise der Familie aufgenommen und haben alles mit ihnen geteilt wie essen am Boden aus einer Schussel, Brunnenwasser trinken, schlafen am Boden.

Am Ende der kurzen Reise haben wir die Giraffe wieder am gleichen Platz abgestellt, das Solarpanel angschlossen und ihr erklaert dass wir schon in einem halben Jahr oder so wieder kommen. Tja und wie es dann weiter geht werden wir sehen. Nur so zur Vorstellung, an der Antlantikkueste Gambias hat es derzeit 35 Grad, das Wasser 22 Grad und 20 km nach Verlassen der Kueste ins Hinterland steigt das Thermometer schlagartig auf 45 Grad. Und ich sag dir, es war einfach nur geil die Hitzn!
 
In Gambia haben wir ein paar Tage in einem kleinen Dorf im Busch in Strohhuetten gewohnt und waren in die Grossfamilie aufgenommen. Wir haben am Boden zusammen mit der Family aus einer Schuessel gegessen und Verena war tapfer als sie am Boden schlafen musste (Spinnen, Maeuse, Schlangen...), aber es war fuer uns beide eines der schoensten Erlebnise aus der gesammelten Afrikageschichte.
 
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Es war echt der Wahnsinn. Die Menschen sind dort wirklich sehr 'arm' und bescheiden und wir haben versucht uns anzupassen. Sie leben wirklich nur zum eigenen Ueberleben und ehrlich sie wirken gluecklich mit dem wenigen was sie haben. Die normale Familie isst 3x am Tag Hirsebrei, so taten wir das im Prinzip auch, nur dass sie uns als ihre Gaeste eben noch etwas besonderes bieten wollten. Und so hat am ersten Abend, waehrend wir Hirsebrei aus der Schuessel assen, die Mama 3 Meter neben uns schnell noch ein Huhn geschlachet und ne Stunde spaeter wurde dieses fuer uns zusammen mit Maccaroni seviert. Das war ein seltenes Festessen fuer seltene Anlaesse. So jedenfalls sagte uns das der junge Amerikaner der seit 1,5 Jahren in diesem Dorf wohnt, bzw in dieser Familie lebt, und der eigentlich der Grund unseres Besuchs war. Ihn haben wir bei unserer letzten Reise im Oktober getroffen und beschlossen ihm im Busch zu besuchen. Dass wir so herzlich in die Familie aufgenommen wurden war herzzerreisend. Nate (der Amerikaner) hat mittlerweile in einer naming ceremony einen afrikanischen Namen bekommen und heisst nun Baabu, das Familienoberhaupt nennt er 'seinen Vater' und dessen Frau 'seine Mutter', er ist fuer sie wie ein Sohn. Und ehrlich wir waren nicht mehr weit davon entfernt Familienmitglieder zu werden. Es war sehr hilfreich dass Baabu ihre Sprache beherrscht und so konnten wir praktisch über alles reden. Die Kinder der Familie haben uns geliebt und ich habe fuer sie Gitarre gespielt und die ganze Family hat in einer Nacht bis um 1 Uhr getanzt, incl uns natuerlich. Es gab keine Stromleitung, kein fliessendes Wasser im ganzen Dorf nur ein Auto, welches wir aber nie gesehen haben, weils wohl nirgendwo Sprit gab.
Die Kroenung war als wir uns am 2. Abend angemessen revanchieren wollten. Und so haben wir unser Konservenlager ausgepackt und Verena und Baabu haben auf dem Holzfeuer im Hof fuer alle Chilli in einem riesigen Topf gekocht, waehrend ich alles fotografiert habe. Die Attraktion war der Dosenoeffner den wir benutzten, sowas hatten sie noch nie gesehen. Dieser war dann unser Abschiedsgeschenk fuer die Mama des Hauses. Bei jeder geoffneten Dose gabs ein grosses AAAAAAAAAAAh und was denn nun in dieser sei usw. Es war koestlich. Spaeter waren dann alle in 3 Gruppen am Boden im Innenhof gesessen und haben unser Chilli geschlemmt, es war stockfinser in einer mondlosen Nacht. Wir hatten 2 Dosen Corned Beef ins Chilli gegeben und sie waren alle begeistert von dem guten Essen.
Einmal haben wir in einer grossen Schuessel C-frisch Geetraenke Pulver in Brunnenwasser gemixt und unter grossem Zermoniellem Aufwand wurde das gelbe seltsame Getraenk dann an alle verteilt. Ach ich koennte endlos schwaermen. Verena war eine Wucht, wie sie alles gemacht hat und mit allen geredet und die Kinder geknuddelt und tja, auch am Boden geschlafen, zwar in der Huette von Baabu (den wir nicht aus seinem Bett vertreiben wollten, also wir am Boden und basta!) aber dennoch. Baabu hat erzaehlt dass er vor kurzem den Boden voller Maeuse hatte und hat am ersten Abend schnell noch ne grosse Spinne vom Strohdach entsorgt. Dumm, dass Verena dies gesehen hatte, aber sie war wirklich tapfer und hat alles erduldet. Mir macht das ja nix aus, so Viechzeug, zum Glueck, weil mir vielleicht noch nie was passiert ist. Wenn wir in diesem Jahr nochmal Gelegenheit finden nach Gambia zu gehen dann wollen wir auf jeden Fall nochmal 'unsere Familie' im Busch besuchen. Vorher habe ich versprochen viele Fotos an Baabus Postfachadresse in der Hauptstadt zu schicken. Dort kommt er immerhin alle 2-3 Monate mal hin.

 

Schliesslich der Brief an unsere Gastfamilie in Gambia:

2002: Tamanrasset - Algerien
2006: Bamako - Mali

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