Zu den nachfolgenden Highlights gibt es auf unserer Blog-Seite auch einige 'Live-Berichte'.


2016

Nach 2 Jahren in Malawi, war die Zeit für Toyi gekommen umzuziehen. Als nächstes Ziel wurde für ihn und für Hatsch' Motorrad Tansania ausgewählt. Das Team dieser Reise bestand aus Gerd und Hatsch mit seiner Frau Pia. Im Oktober reisten wir von Malawi nach Tansania. Unser Hauptziel bestand im folgenden darin am Tanganjika-See entlang nach Norden bis Kigoma zu gelangen. In Kigoma verbrachten wir ein paar entspannte Tage an einem Traumstrand mit Blick auf die Silhouette des gegenüberliegenden Kongo-Ufer, schnorchelten im glasklaren See und hatten das grossartige Vergnügen an Bord der 'Liemba' zu gelangen. Dieses alte in Deutschland gebaute Dampf-Schiff aus der Kaiserzeit, das ab 1915 als die 'Graf v. Goetzen' im damaligen Deutsch-Ost-Afrika gelegenen Tanganjika-See eingesetzt wurde, fährt tatsächlich auch nach 101 Jahren immer noch und ist nach wie vor das wichtigste Passagier- und Frachtschiff auf diesem See. Auch wenn es in einem bedauernswerten Zustand ist, irgendwie bewaeltigt das Schiff alle zwei Wochen die 700 km lange Strecke bis runter nach Sambia und zurück. Von Kigoma nach Tabora hangelten wir uns entlang der alten deutschen Eisenbahnlinie von West nach Ost und weiter nach Arusha, am Fusse das Kilimanjaro, wo wir Mitte November für unsere Fahrzeuge eine neue Unterkunft fanden. Traumstrände am Malawi- und Tanganjika-See, Löwen beim Hippo-Frass in Katavi, Hunderte Flusspferde neben uns im Fluss an dem wir campierten, Elefanten en masse und des Nachts um die Zelte: eine tolle Reise mit Lust auf Fortsetzung in 2017.

Die Liemba im Hafen von Kigoma.


Das Dreier-Team 2016.

Unser Traumstrand bei Kigoma.

2015

Afrika kam definitv zu kurz in diesem verrückten Jahr und so schafften wir es erst zum Jahreswechsel nach Malawi. Wir nahmen unseren Afrika-erfahrenen grössten Jungen mit, flogen an Weihnachten nach Lilongwe und trafen am 27. Dezember unseren alten Kumpel Hatsch wie vereinbart am Westufer des Malawi-See. Er hatte ein paar Wochen vorher sein Motorrad nach Johannesburg verfrachtet und war auf verschlungenen Pfaden hier hoch gefahren um uns zu treffen. Gemeinsam machten wir uns am See entlang auf den Weg weiter nach Norden. Ziel war Sunga Moyo wo wir eine Woche am traumhaft schönen Ufer des Malawi-See faulenzten, Fische grillten, im See badeten und den Jahreswechsel in absoluter Abgeschiedenheit verbrachten. Das grösste und wohl nachhaltigste Gesprächsthema war am Ende, dass Albi, ein anderer Mitreisender, in der letzten Nacht direkt neben uns beim Pinkeln von einer grünen Mamba gebissen wurde und er durch wundersame Weise trotz Nichtsdagegentun überlebt hat. Er hatte eigentlich alle Anzeichen der typischen Vergiftungserscheinungen. Ein Britischer Schlangenexperte hat Stella, der Camp Eigentümerin, später erklärt dass es sich zu Albi's Glück um eine geringe Gifteinspritzung gehandelt haben musste, er kenne genügend Fälle wo der Gebissene nicht überlebt hat. Meine Güte, wenn ich daran denke wie oft ich mit unserem Jungen des Nachts beim Pinkeln war, puh! Wie auch immer, an seinem 7. Geburtstag landeten wir wiedermal alle gesund und munter zu Hause.

Der Jüngste begrüßt den Dorfältesten.

Sunga Moyo am Malawi-See.


2014

Nach eineinhalb Jahren in Südafrika war die Zeit gekommen Toyi in neue Gefilde umzuziehen. Wir hatten uns ein ganz neues Ziel gesteckt: Malawi! So machten wir uns Anfang November 2014 mit der A380 auf nach Südafrika. Wir, das waren auf dieser 3-wöchigen Reise Verena und Gerd und unser mittlerweile 5-Jähriger Junge. Zuerst musste Toyi flott gemacht werden, das erforderte einige Kunstgriffe an der Elektrik und eine Generalüberholung des Anlassers, neue Federn für die Vorderachse und einen kompletten Satz Batterien, also vier an der Zahl. Nach getaner Arbeit lief er aber zuverlässig wie eh und je. Zu dritt erlebten wir eine tolle Reise, machten Abstecher nach Pilanesberg wo uns gleich die ersten Elefanten über dem Weg liefen, nach Khama in Botswana wo wir unglaublich vielen Nashörnern begegneten und nach Kubu Island. Über die Hunters Road im Osten von Botswana gelangten wir auf abenteuerlichen Pfaden an den Sambesi River und besuchten die Victoria Fälle in Sambia. Tierwelt und Natur pur erlebten wir Sambia's South Luangwa Park bis wir schließlich unser gestecktes Ziel in Malawi erreichten. Die traumhaft schönen Strände des Malawi-See waren ein gelungener Abschluß dieser Tour. Toyi wohnt jetzt auf unbestimmte Zeit in Malawi, einem neuen Land in unserer Sammlung.

Er hat alles was ein richtiger Afrikafahrer braucht!
Vor allem aber verrückte Eltern.

Ziel erreicht: am Ufer des Malawi-See.


Über Ostern 2014 reiste Gerd mit unserem Kumpl Hatsch für zwei Wochen durch Südafrika, Swasiland und Mosambik. Wir wollten Abenteuer und bekamen es - knüppeldick.

 

 

16.April 2014: Toyi mitsamt Eisenfloß im Rio Limpopo versenkt. 

 

 

 

 

 

 

 

...und so hätte es aussehen sollen.

 

 

 

 

 

Anstrengende Rettungsaktion in der darauf folgenden Nacht mit schwerem Gerät.

Was anschließend zu tun ist um so ein Fahrzeug wieder flott zu machen findet Ihr hier:
./tipps-und-tricks1.htm

Die "full story" findet Ihr hier:
Wilde Abenteuer in Mosambik


2013

Ohje, bei so vielen neuen Mitfahrern wird der Toyi zukünftig aus allen Schweiß-Nähten platzen!
Denn im September kamen unsere Zwillinge als zwei gesunde Jungs zur Welt!
Ebenso wie unser Erstgeborener haben sie bereits in Mamas Bauch die Rüttelpisten Afrikas kennengelernt.

Les Amis des Girafes 4.0 und 5.0:
Im zarten Alter von vier Tagen war es höchste Zeit die Jungs in die Giraffen-Welt ihrer Eltern einzuführen.


Ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer Schritt für uns. Nach fünfeinhalb Jahren in Namibia, haben wir den Toyi im Mai 2013 nach Johannesburg umgeparkt. Am Ende dieser 11.Trans-Afrika Etappe hatten wir ab München 52000 km zurück gelegt. Der Abschied fiel uns nicht gerade leicht, wir hatten uns mittlerweile fast schon heimisch gefühlt auf 'unserer' Gästefarm, waren immer bestens umsorgt und alle technischen Herausforderungen wurden dort stets gemeistert. Irgendwann wollten wir uns zu neuen Zielen aufraffen und diesmal sollte es soweit sein. Verena war im 5./6. Monat schwanger. Da jedoch der Dopplereffekt zugeschlagen hatte, war sie dieses mal nicht ganz so fit und mobil wie damals im September 2008; es war also etwas mehr Behutsamkeit und Ruhe angesagt. So flogen wir Anfang Mai ohne unseren Sohn nach Windhoek und nahmen den sentimentalen Abschied vom vertrauten Namibia in Angriff. Toyi bekam vorher noch ein paar neue features. Um die all die angesammelten Utensilien besser verstauen zu können bauten wir eine große Alu-Kiste aufs Dach. Ausserdem spendierten wir uns ein nagelneues Howling Moon Stargazer Dachzelt und eine von Markus custom-made Leiter auf die Fahrerseite. Von Namibia reisten wir auf dem Trans-Kalahari-Highway nach Botswana, und von dort 'off-road' in den Kgalagadi Transfrontier Park, wo es von Wildtieren nur so wimmelte. Bei Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt waren wir allerdings heilfroh ein windschützendes Zelt über dem Kopf zu haben. Weiter ging es zum südlichen Teil der Central Kalahari, dem Khutse Game Reserve und von dort zu unserem vorläufigen Ziel in Südafrika. Nach diesen zwei Wochen werden uns die überwältigende Klarheit des nächtlichen Sternenhimmels und die Farben der Kalahari für immer unvergeßlich bleiben.

Links: Die scheinbare Sternbewegung festgehalten:
3 Stunden Langzeitbelichtung vom Himmels-Südpol.  Aufgenommen am 15.Mai 2013 mit Nikon D300s, 17mm Brennweite, Blende 2,8; am Wendekreis des Steinbocks in der Central Kalahari - Botswana:
23°20.49 S / 24°29.88 O / 1000m ü.NN.

Rechts: Der Aufnahmeort bei Tag: Toyi mit neuem Dachzelt, neuer Dachkiste und Seitenleiter.

Endlich wieder Sand unter den Rädern.

Doppeltbepackt durch die Kalahari.

Ein wärmendes Feuer aus Mopane-Holz ist am Abend unverzichtbar.

Standesgemäßer Wildwechsel in Südafrika.


2012

Trans-Afrika die Zehnte: Den November 2012 verbrachten wir komplett in Namibia. Zum ersten mal war unser mittlerweile 3-Jähriger Sohn dabei. Als erfahrener Vielflieger war die Anreise für ihn kein Problem. Bereits wenige Wochen alt flog er innerhalb Deutschlands, mit einem Jahr nach San Francisco, und seither immer wieder kreuz und quer durch Europa. Den Impfmarathon den der Kleine im Vorfeld dieser Reise über sich ergehen lassen musste, hatten wir zu verantworten, ebenso die Vorsicht während des Lebens in der Wildnis. Unser primäres Ziel war der Westen und Norden Namibias, also die Namib, das Damaraland und das Kaokoveld. Stets schliefen wir draussen unter freiem Sternenhimmel, fast jeden Abend hatten wir unser eigenes kleines Lagerfeuer. Zu dritt hatten wir jede Menge Spass und als Eltern eigentlich kaum mehr Stress als sonst, unser 'Reisekind' fügte sich nahtlos in unsere bisher eingeschworene Zweier-Gemeinschaft ein. So rutschten wir auf dem Hosenboden die Dünen von Sossusvlei runter, wanderten bei Mords-Hitze in Tweifelfontein umher, fanden die Wüstenelefanten im Hoanib, begegneten zu Fuss den Elefanten in Purros, besuchten die Himba im traditionellen Dorf, rumpelten zwei volle Tage über Stock und Stein bis hoch zu den Epopa Fällen am Kunene Fluss direkt an der Angolanischen Grenze und rundeteten die Tour in der Etosha Pfanne und auf der Suche nach versteinerten Dinosaurierspuren ab. Unser Junge hatte an allem einen Riesenspass! Wir waren vor- und umsichtig und sind glücklicherweise alle unverletzt und gesund geblieben. Wir würden es jederzeit wieder und genauso machen.  

Endlich eine helfende Hand dabei... und danke an Michelin, das nenn' ich Bodenfreiheit!

Sandviper in der Namib.
 

Elefanten-Gegenverkehr im Hoanib Flußtal.

Himba-Frau

Markus und der Gartenzwerg schweißen Toyi's Scheibenrahmen.

Toilettenstop in der Namib.

Löwen hautnah in Etosha.

Himba Dorf-Chef

Grandiose Abenstimmung bei Sossusvlei.

Improvisierte Steintoilette.

Die Schüler von Sesfontein besuchen uns in ihrer Pause.

Bootsfahrt auf dem Kunene.

Auf dem Hosenboden rutschen wir der großen Düne runter, wat'n Spaß!
 

Genialer einsamer Lagerplatz in der Namib.

Unser Goldhase zu Gast bei den Himba.

Auf der Suche nach versteinerten Dinosaurier-Spuren.


Im März 2012 war Gerd mit unserem Freund Joe in Namibia. Wir wollten primär die Zollpapiere in Ordnung bringen. Zu diesem Zweck muss ein Ausländisches Fahrzeug im Prinzip mindestens einmal jährlich die Südafrikanische Zollunion, bestehend aus Südafrika, Namibia und Botswana verlassen. Unser Ziel lautete also einmal quer durch Botswana nach Simbabwe und zurück. Knapp 4000 Kilometer in knapp 2 Wochen, ein stammes Programm, welches durch die Besuche der Central Kalahari und des Matopos Game Reserve die richtige Auflockerung fand. Fazit: Verena zwar vermisst, aber mit Joe immer gerne wieder! 


2011

2011: Trans-Afrika die Achte: Namibia, Botswana, Simbabwe, Südafrika. Am 14. April erreichten wir Kapstadt und das Kap der Guten Hoffnung, Ziel erreicht könnte man sagen. 40000 Kilometer waren wir gefahren seit wir München im September 2004 verlassen hatten. Es ging kaum noch weiter nach Süden; sollte unser Unternehmen hier zu Ende gehen? Wir hatten diesen Augenblick lange hinaus gezögert, aber wir haben noch lange nicht genug von Afrika. Also fuhren wir nocheinmal  zurück nach Windhoek um Toyi startbereit für neue Abentuer abzustellen, dort wo wir uns mittlerweile richtig heimisch fühlten: auf 'unserer' Farm. Wir kauften fünf neue Reifen, ansonsten war am treuen Toyi nichts zu bemängeln. Weitere highlights dieser 5-Wochen und 8000 Kilometer langen Rundreise waren die prähistorischen Felszeichnungen in Matopos, Great Zimbabwe, der Krüger Nationalpark in Südafrika, Baden im Indischen Ozean bei Hamburg, und der eindrucksvolle Fishriver Canyon in Namibia.


2010

2010: Im April nahmen wir eine 3-wöchige Auszeit vom Eltern-Dasein. Unser 1-Jähriger Sohn war derweil bei den Grosseltern untergebracht, quasi eine Win-Win-Situation für alle. Von Namibia gings direkt in die Central Kalahari in Botswana. Wir lieben Sand unter den Reifen und hier fanden wir ihn endlich wieder. Den ersten Abend verbrachten wir alleine an der Piper Pan. Alles schien perfekt zu passen, Abendessen auf dem Tisch, kaltes Bier geöffnet, das Lagerfeuer lodert friedlich vor sich hin, als sich plötzlich eine Löwin zu uns ans Feuer gesellt. Meine Güte, war das ein Schreck! Mit zitternden Knien und klappernden Zähnen retteten wir uns leicht pansich ins Auto. Die Sehnsucht nach dem Sternenhimmel war aber so gross, dass wir die Nacht einige Zeit später dennoch im Freien auf unserem Toyi-Dach verbrachten. Tierwelt satt hatten wir auch im Nxai Park und anschliessend in Simbabwe's Hwange Park. Diesmal besuchten wir die Viktoria Fälle auf Simbabwe Seite. Unmittelbar nach der Regenzeit gab es so viel Wasser, dass man wegen der Gischt die Ausmasse nicht wirklich erkennen konnte. Mit dem Hubschrauber verschaffte sich Gerd unvergessliche Imperssionen aus der Vogelperspektive. In Botswana genossen wir noch einmal die Landschaft und die Tierwelt des Chobe Park bevor wir zurück nach Namibia fuhren.  


2009

Anfang Januar 2009 kam unser Sohn zur Welt. In diesem Jahr hatten tatsächlich besseres zu tun als nach Afrika zu reisen.


2008

2008: Im September flogen wir wieder nach Namibia. Wir hatten vier Wochen Zeit, diesmal wollten wir so richtig 'Urlaub' machen. Verena war im 6. Monat schwanger, fühlte sich aber topfit und ungebremst unternehmungslustig. Toyi war ebenfalls top in Schuss, das Parken in einer Garage und das überwiegend trockene Klima liessen keinen weiteren Rostfrass wie damals in West-Afrika erkennen. Wir stiegen zunächst auf den Waterberg und besuchten die Buschmänner Namibias. Über den Caprivi-Streifen reisten wir weiter nach Sambia und besichtigten dort die eindrucksvollen Victoria Fälle. Wir marschierten mehr als einen Kilometer auf der Steilklippe der Fälle entlang, stellenweise wateten wir knietief durch den Sambesi. Belohnt wurden wir mit grandiosen Ausblicken in die 100 Meter tiefe Schlucht wie man sie nur zur Trockenzeit sehen kann. In Botswana erlebten wir in den Nationalparks von Chobe und Moremi die eindrucksvolle Tierwelt des südlichen Afrikas. Frühstück zwischen Elefanten, eine Hyäne am Abendessenstisch, mit Krokodilen und Flusspferden baden, Löwen die ein Elefantenbaby gerissen haben, all das kann man dort hautnah erleben. Zudem schliefen wir jede Nacht auf dem Dach unseres Autos unter freiem Sternenhimmel. Ein Rundflug mit einer Cessna über das Okavango-Delta wird für immer unvergesslich sein. Der Toyi parkte am Ende wieder auf der Farm bei Windhoek. Zurückblickend sicherlich eine unserer schönsten Reisen.


2007

2007 im Januar: Nach einem Jahr kehrten wir zurück nach Lomé in Togo. Das Parken im Freien in Atlantiknähe und die heftige Regenzeit hatten Toyi schwer zugesetzt. Er erschien uns dermassen mitgenommen, dass wir am liebsten das ganze Unternehmen aufgegeben hätten und umgehend nach Hause fahren wollten. Trans-Afrika auf Etappen, was für eine Schnaps-Idee!? Ok, lass uns diese zwei Wochen geniessen und das nächste mal für die Heimreise planen. So machten wir eine entspannte Reise durch Togo und Ghana, besuchten noch einmal unseren Lieblingplatz vom Vorjahr, den Kratersee Lake Busumtwi mitten im Regenwald und genossen die menschenleeren Sandstrände. Den Toyi parkten wir dann nicht wie geplant in Benin, sondern doch wieder am gleich Platz in Togo. Die liebe Alice beharrte darauf, dass er bei Ihr immer noch am sichersten aufgehoben sei. Mit einem Taxi fuhren wir schliesslich die 150km nach Cotonou, der Hauptstadt des Nachbarlandes Benin um unseren geplanten Gabelflug nach Hause anzutreten.


2007: Im August waren wir bereits wieder in Togo. Wir hatten viel nachgedacht und das Bauchgefühl entscheiden lassen, und das hat gesagt: Aufgeben, heimfahren? Niemals! Wir hatten zwei Monate Zeit, jetzt oder nie. Zwei Monate in denen wir es schaffen wollten von West-Afrika durch Zentral-Afrika bis nach Namibia zu gelangen. Angesichts der Regenzeit, die zu jener Zeit halb West-Afrika überschwemmt hatte, ein schier aussichtsloses Unterfangen. Und wenn wir gewusst hätten was da auf uns zu kommt, dann wären wir wahrscheinlich doch lieber nach Hause gefahren. Stattdessen schlugen wir bei strömenden Regen Hauptrichtung Süd-Ost ein. Ein 48-Stunden Visum für Benin gabs an der Grenze. Weiter im Norden reisten wir nach Nigeria ein um den Grossraum Lagos weiträumig zu umfahren. Nigeria-Visa hatten wir aus Deuschland mitgebracht. Auf unserem Weg von West nach Ost begegneten wir in Nigeria pro Tagesreise mindestens zehn schwerbewaffneten Strassenkontrollen. Der Verhandlungsspielraum wird dabei durch die Nagelbretter welche hinten und vorne unter die Reifen geschoben werden zusätzlich eingeschränkt. Dennoch haben wir in Nigeria keinerlei Schmiergeld bezahlt, sondern durch freundliche bestimmte Unterhaltungen und mit etwas Witz stets den Druck aus der Situation nehmen können. Unser Fazit: Nigeria ist ein irre interessantes Land und erweckte bei uns Lust auf mehr.

Zwischen Ekok und Manfé befindet sich die einzige Verbindungsstrecke im Süden zwischen Nigeria und Kamerun. Diese 70km während der Regenzeit waren schlichtweg DIE grüne Hölle. Wir benötigten zwei Tage, viele Nerven und einiges an Wegezöllen, welche jugendliche Banden verlangen indem sie die schlimmsten Schlammlöcher noch mit Baumstämmen verbarrikatiern. Die Polizei schaut zu, beziehungsweise kassiert mit, und so ist der Verhandlungsspielraum eng, wenn man mitten im Urwald 'alleine' mit einer blonden Frau auftaucht und einer Bande von acht Muskelprotzen gegenübersteht. Die zu überwindenden Schlammlöcher sind dann meist so tief wie ein Kellergeschoss und wenn man Glück hat muss man auch nicht lange warten bis der darin feststeckende Lkw endlich befreit wurde. Wenn man noch mehr Glück hat, kommt man anschliessend mit nur einer Beule durch, meist waren es aber mehrere, denn wenn man auf 'zig Meter mal rechts mal links auf der ganzen Fahrzeuglänge seitwärts an der Böschung entlang schabt, dann hinterlässt das unweigerlich Gebrauchsspuren. So bekam der Toyi eine neue Formgebung die, wenn mans mal positiv ausdrücken möchte, so richtig nach Abenteuer aussieht. Am Nachmittag setzte regelmässig der Sturzbach ähnliche Regen ein, da ging dann gar nichts mehr. Endlich in Mamfé angekommen, mussten wir feststellen, dass wir in einer Sackgasse gelandet waren. Von hier aus waren alle Pisten nach Osten und nach Süden unpassierbar. Kameruns touristische Highlights erkunden zu können, davon hatten wir uns innerlich eh schon verabschiedet, aber wie sollten wir hier in absehbarer Zeit wieder rauskommen? Die Polizei sturzbetrunken, korrupt und aggressiv, da war keine Hilfe zu erwarten. Ein Entwicklungshelfer kannte den Ausweg. Eine für Lkw gesperrte 'Forstpiste' durch den Urwald könnte uns mit etwas Glück nach Süden bis nach Douala bringen. Wir hatten das Glück! Und ein paar Tage später befanden wir uns am Atlantik zu Fuße des 4095 Meter hohen Mount Kamerun. In Kameruns Hauptstadt Yaoundé besorgten wir die fehlenden Visa für die Weiterreise nach Gabun, Kongo und der Demokratischen Republick Congo (DRC). Kein Tag ohne Regen, immer wieder Regen, Regen, Regen...

Die 'grüne Hölle' fand ihre Fortsetzung in Gabun, nur waren die Pisten dort wesentlich besser befahrbar, die Schlammlöcher waren wenn überhaupt nur knietief. So erreichten wir zum Herbstanfang den Äquator, wo die Sonne zur Mittagszeit senkrecht stand. Wir haben sie an diesem Tag tatsächlich kurz gesehen bevor der Regen wieder einsetzte. Beide waren wir vorher nie auf der Südhalbkugel gewesen und nun fuhren wir mit unserem eigenen Auto auf einer schmalen Urwaldpiste von der Nordhalbkugel auf die südliche Hemisphäre. Das GPS zeigte uns exakt die unsichtbare Linie, sonst hätten wir es nicht bemerkt. Ein echter Meilenstein, wir hatten wieder Oberwasser, was sollte uns jetzt noch stoppen? Wir hatten die Enge und den Tunnelblick satt, seit Wochen fuhren wir nur durch dichten Urwald. So faszinierend das anfangs sein kann, umso mehr sehnten wir Sahara-Lliebhaber uns nach Weitblick und Ferne. Vielleicht machten wir einen Fehler als wir die breite Piste die nach Süden führt, nach Westen Richtung Mayumba am Atlantik verliessen, andererseits entstehen daraus wie so oft die besten Geschichten. Der Weg nach Mayumba war, der Regenzeit sei wiedermal Dank, beim besten Willen nicht einfach. Dort mussten wir mal wieder feststellen dass wir abermals in einer Sackgasse waren. In der 1:4 Millionen Michelin Karte ist von hier aus eine dicke Piste in Kongo eingezeichnet, doch laut Auskunft der Einheimischen wurde diese seit Monaten von keinem einzigen Fahrzeug mehr befahren. Zurück fahren war für uns aber auch keine Alternative, also wagten wir es trotzdem, schlugen uns mit der Machete durch den Busch, bauten eigenhändig Brücken um durch Schlammlöcher oder über die umgefallenen Urwaldriesen zu kommen, schliefen zwischen Elefanten, Leoparden, Puffottern und Myriaden von Moskitos, alles in allem eine endlose Schinderei. So erreichten wir zerschunden und zerstochen den Kongo.

Im Kongo waren die Pisten breiter und der Untergrund fester, jedoch nahm die Korruption wieder merklich zu. Ein Einreisestempel sollte 50 Euro kosten, unser Zolldokument das 'Carnet des Passages' wollte niemand kostenlos abstempeln und die Fähre über den ersten Fluss zahlten wir doppelt und dreifach. Wir waren heilfroh als wir in Pointe Noire Freunde aus Togo wiedertrafen die sich mittlerweile hier niedergelassen hatten. Wir trafen sie eigentlich zufällig als sie wie an jedem Samstag Nachmittag in der Bucht zum Wakeboarden gehen wollten. Vor zwei Stunden noch im tiefsten Urwald, befanden wir uns wenig später zur Überraschung aller auf deren Speedboat und rasten über den Atlantik.

Am 1.Oktober reisten wir nach Cabinda ein. Cabinda ist eine ölreiche Exklave Angolas die zwischen den beiden Kongos eingebettet am Atlantik liegt. Wir hatten unsere Angola-Visa aus Deutschland mitgebracht, weil wir wussten, dass sie in ganz West- und Zentral-Afrika nicht mehr zu bekommen waren. Auch in Deutschland waren sie schwer zu bekommen, wir brauchten eine offizielle Einladung und den ganzen PiPaPo, und selbst dann mussten wir die Visa am allerletzten Tag vor unserer Abreise persönlich in Berlin abholen. Angola liebt es nicht gerade, dass Touristen in dieser heissumkämpften Gegend unterwegs sind, aber wir bekamen zum Glück keinerlei Probleme.

Bereits am nächsten Tag standen wir am nächsten Grenzposten zur Demokratischen Republick Congo (DRC). Wir wollten das ehmalige Zaire an seiner schmalsten Stelle durchqueren. Der Regen machte uns auch hier wieder zu schaffen. Seit wir in Togo aufgebrochen waren haben wir nur in der Enge des Toyi-Schlafgemachs übernachten können, auf 90cm Breite, eingehüllt von Moskitonetzen ist das für zwei die sich richtig mögen zwar ok, aber wir sehnten uns nach der Freiheit auf unserem Dachgeschoss wie wir das von unseren Saharareisen liebten. Da war nicht dran zu denken, Regen, immer wieder Regen, Tag und Nacht. Um so erstaunlicher war unsere erste Begegnung mit dem Congo-Fluss bei strahlendem Sonnenschein. Auf einer modernen von der EU finanzierten Hängebrücke fuhren wir bei Matadi auf das Südufer. Angola war nun nicht mehr weit.  

Mittels unserer Touristen-Visa war auch die zweite Einreise nach Angola kein Problem. Auf schlechten Pisten ging es am ersten Tag bis nach Tombocu, wo wir im Schutze einer Missionsstation im Toyi schlafen durften. Die hilfbereiten Missionare warnten uns eindringlich vor den Mienen die der 27 Jahre dauernde Bürgerkrieg allerorts hinterlassen hat. Wir beherzigten alle Warnungen, schliefen allerdings von nun an aus Mangel an Alternativen irgendwo wild im Busch. Dabei vertrauten wir darauf, frischen Spuren zu folgen oder uns zwischen Kuhherden zu stellen. Unsere Geschäfte verrichteten wir gleich neben den Autoreifen, jegliche Spaziergänge hatten wir uns verboten. Trotz aller Vorsicht wurde Gerd von einer Tse-Tse-Fliege gestochen, und zwar so, dass ein roter Streifen von der Einstichstelle ausgehend direkten Kurs auf die Herzgegend nahm.  Angenockt erreichten wir die Hauptstadt Luanda. Das schrecklichste Verkehrschaos was wir je gesehen haben bewirkte dass wir einen ganzen Tag benötigten um die Stadt von Nord nach Süd zu durchqueren. Eine Portugisische Poliklinik peppte Gerd mit Kortison und anderen Mitteln auf und gab Entwarnung, er war mal wieder von der Schippe gesprungen. Südlich von Luanda hatten wir endlich die letzte Regennacht zu überstehen, in der Folge übernahm der Staub das Kommando, noch nie haben wir uns über derartig staubige Luft so gefreut wie jetzt! Sind wir dem Regen endlich entkommen? Trotz der mörderischer Pisten, spulten wir die knapp 2000 km bis an Angolas Südgrenze in fünf rasanten Fahrtagen ab. Es war nicht zu leugnen, dass uns die Strapazen der letzten Wochen und zuletzt die Mienengefahr und die schlechten Pisten arg angespannt hatten, unsere Harmonie war gelindegesagt etwas angeknackst.

Mitte Oktober 2007 erreichten wir Namibia. Bei strahlendem Sonnenschein sah die Welt schon wieder viel freundlicher aus und wir gönnten uns sogleich ein paar entspannte Tage in Namibias Wildreservat Nummer Eins, der Etosha Pfanne. In Windhoek einzufahren weckte allergrösste Glücksgefühle, wir hatten es geschafft und waren bereits mächtig stolz darauf! Wir hatten jede Menge Glück, und das sogar im Unglück. Der Toyi hatte uns erwartungsgemäss nie im Stich gelassen. Nachdem die schlimmsten Ausbesserungsarbeiten vollbracht waren wurde er beim Bruder unseres Münchner Nachbarn auf dessen Farm in der Nähe von Windhoek geparkt. Am 19. Oktober traten wir unseren Heimflug nach München an. Trans-Afrika die Fünfte hatte es in sich, wir hatten einiges zu erzählen.

Den Diavortrag gab es anschließend u.a. 2010 auf dem
Desert-Tec Land Cruiser Treffen und 2011 auf dem Därr-Globetrotter Treffen zu sehen.

Nichts geht mehr zwischen Ekok und Mamfe.
Wir saßen fest weil die anderen fest saßen!


2006

2005/2006: Nach eineinhalb Jahren Aufenthalt in Gambia bewegten wir unseren Toyi Ende 2005 weiter mit Hauptrichtung Südafrika. Zunächst aber galt es die Schlange zu finden die sich während unsere Abwesenheit in unser Auto eingenistet hatte. Das Biest hielt uns während der Weihnachtsfeiertage ordentlich auf Trab. Verständlicherweise weigerte sich Verena auch nur einen Fuss in den Toyi zu setzen, geschweige denn mehr. Die Haut fanden wir ja schnell, aber die Schlange lebendig zu fangen kostete nicht nur Zeit sondern auch Nerven, mal verschwand sie hinter dem Armaturenbrett, mal hinter dem Wassertank usw. Als wir sie nach Tagen endlich zu fassen bekamen konnte die Reise endlich los gehen. Im wilden Zick-Zack holperten wir durch West-Afrika, erst gen Süden nach Senegal und Guinea und von dort immer am Niger-Fluss entlang Richtung Nord-Ost bis nach Timbuktu in Mali. Burkina Faso querend erreichten wir den Norden von Ghana wo Gerd nicht davon abzuhalten war auf den Rücken eines ausgewachsenen Krokodils zu steigen, was Verena verständlicherweise in Rage brachte. Die Eingeborenen eines Dorfes hatten ihn dazu aufgestachelt. Doch Entwarnung, alle Arme und Beine blieben dran! In Mole waren wir zu Fuss hautnah zwischen Elefanten unterwegs. Nach 2000 km Südkurs ab Timbuktu erreichten wir die Südkuste Ghana's. Am Ende parkte der Toyi in Togo und wir flogen mal wieder vorrübergehend nach Hause.  

Mehr Details gibt es im Blog zu lesen:
http://lesamisdesgirafes.beepworld.de/2006-togo--muenchen-2006-02-03.htm


2005

Bereits an Ostern 2005 waren wir zurück in Gambia und fuhren flussaufwärts um einen Bekannten in einem typischen Afrikanischen Strohhüttendorf zu besuchen. Dort wohnten wir für einige Tage zu Gast bei einer Grossfamile, ohne Strom und fliessendem Wasser. Ein Wahnsinns-Erlebnis!

Ein kurzer Bericht befindet sich im Blog: http://lesamisdesgirafes.beepworld.de/2005-banjul---gambia-2005-04-04.htm


2004

2004: Eine neue Idee war geboren: Trans-Afrika von München bis Kapstadt, geht das auch in Etappen? Der Toyi hatte jetzt seinen charakteristischen Schriftzug 'Les Amis Des Girafes', da konnte eigentlich nichts mehr schief gehen. Zunächst einmal ging es über Frankreich und Spanien nach Marokko und Westsahara, und weiter durch die Wüste Maueretaniens hinein in die tropische Hitze des regenzeitlichen Senegal. In Gambia wurde der Toyi geparkt und wir flogen mit dem Fugzeug nach Hause. Die erste Etappe war geschafft. Wie würde es wohl weiter gehen?


2003

2003: Wegen der Entführungen in der Algerischen Sahara im März 2003 sagten wir unsere für April geplante Reise nach Libyen und Algerien kurzfristig ab. Danach wurde bekanntlich in der Sahara alles anders. Sattdessen cruisten wir 5 Wochen mit Toyi und Dachzelt aufs Blaue durch Italien, Sardinien und Korsika, letztlich auch ein wunderschöner Urlaub.


2002

2002: Diesmal bezwangen wir den grossen östlichen Erg in Algerien mit dem HZJ. Wir streunten tagelang durch die wild-bizarre Felslandschaft des Tassili n'Ajjer rund um Djanet. Anschliesend folgten wir der sogenannten Schmugglerpiste nach Tamanrasset und weiter nach Agadez im Niger. Damals ahnten wir noch nicht, dass wir für lange Zeit das letzte mal in dieser wunderschönen Wüstenlandschaft sein sollten.


2001

Da standen wir also mutterseelenalleine mit einem defekten Auto im unendlichen Dünenmeer der Algerischen Sahara. 33°11.91N / 7°04.04E zeigte unser GPS als Standort an. Laut Landkarte waren wir nicht allzu weit von der nächsten Oase entfernt. Anfang September war es aber tagsüber mit knapp 50°C und nächtlichen 32-36°C definitv zu heiß um einen Fußmarsch zu wagen. Nach 4 bangen Tagen startete der Toyi mit einem improvisierten 'Ladegerät' wieder durch.

2001: Unsere erste gemeinsame Reise. Wer erinnert sich da nicht an die unsägliche Batterie-Story. Mitten im grossen östlichen Erg von Algerien sprang der HJ60 plötzlich nicht mehr an. Eine der beiden Starterbatterien war tiefentladen! Ein defekter 12 Volt Zusatzlüfter der den kränklichen Kühler unterstützen sollte war Schuld daran. Wir waren für die nächsten 4 Tage ganz auf uns alleine gestellt, weit und breit nur Sand und die mörderische Hitze der Sahara im Sommer. Gemeinsam wägten wir unsere Optionen ab und dachten über mögliche Lösungen nach. So bauten wir aus 30 Stück 1.5 Volt Mignon Batterien ein Ladegerät, hängten das ganze mittels Starterkabel an die entladene Batterie und warteten ab. Dabei galt es den 48 Grad Celsius, den Sandstürmen, den alles andere als scheuen Sandvipern und unseren Nerven standzuhalten. Nach vier Tagen wagten wir einen erneuten Startversuch: der Land Cruiser sprang an!
Ein paar Tage später verbrachten wir den 11. September ganz alleine und nichts ahnend der weltpolitischen Geschehnisse auf der Gräberpiste in Algerien. Später kämpften wir mit Regen und schlechten Pisten in Niger und Burkina Faso.
Der Land Cruiser wurde kurz vor Ende der Reise in Sevare / Mali verkauft und wir traten mit ein paar Alu-Kisten bewaffnet die Heimreise per Flugzeug an. Insgesamt eine wirklich abenteuerliche Traumreise die uns so richtig zusammen geschweisst hat! Den anschliessenden Diavortrag gabs 2002 auch auf dem Desert-Tec Land Cruiser Treffen zu sehen.

Mehr Details zur Reise gibts im Blog unter 2001:
http://lesamisdesgirafes.beepworld.de/2001-tamanrasset---algerien-2001-09-23.htm

Auszug aus dem Reise-Logbuch 2001:




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