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Ap
2014: Wilde Abenteuer in Mosambik
22.04.2014 20:45

Es hätte eigentlich eine ganz entspannte Reise werden sollen, aber irgendwie war das bei der Besatzung per Definition nicht so einfach. Zwei erfahrene abenteuerhungrige Afrika-Reisende zum ersten Mal gemeinsam auf Tour, was konnte man da schon erwarten. Am Ende gab es mehr Aufreger als uns recht waren.

So flogen Hatsch und Gerd Anfang April 2014 nach Johannesburg um eine gemütliche zweiwöchige Rundreise durchs südliche Mosambik zu unternehmen. Dort angekommen machten wir den Toyi binnen weniger Stunden fahrtüchtig und fuhren noch am gleichen Nachmittag gen Osten los. Das Nötigste an Lebensmitteln wie Bier und Gin kauften wir bereits in einem Shopping Center auf dem Weg vom Flughafen zu Toyis Zuhause, während unsere Abholerin und Gastgeberin freundlicherweise so lange auf uns wartete. Dank der guten 24- und 12-Volt Ctek Ladegeräte startete Toyi sofort kraftvoll durch. Der Gärtner spritzte Toyi schnell mit dem Wasserschlauch ab und schon fuhren wir um 14 Uhr los. Unterwegs einigten wir uns auf eine spontane Planänderung indem wir Swasiland mit in unsere Tour aufnahmen. Nach knapp 250 km Fahrt irrten wir eine Stunde auf der Suche nach einem standesgemäßen Übernachtungsplatz durch die Wälder, aber nichts schien uns sicher genug. Da Campingplätze in dieser Gegend Fehlanzeige sind, landeten wir schließlich bei Middelburg in einem netten Bed and Breakfast. Wir bezogen ein Doppelzimmer, nicht das was wir eigentlich wollten, aber es war sicher und warm, und kühles Bier gab‘s auch.

Wer die Vorgeschichte überspringen will, kann auch gleich bis zum 16. April nach unten scrollen.

Der nächste Tag begann mit einem reichhaltigen Frühstück. Der Familienbetrieb servierte zunächst Müsli und Brote, und als wir das gegessen hatten und uns bereits rechtschaffen satt fühlten, kam der legendäre Satz des Hausherren der uns die ganze restliche Reise als willkommene Belustigung dienen sollte: Are You ready for your hotplate? Etwas verdutzt bekamen wir zwei weitere reichhaltige Teller mit Eiern, Beef-Burger, Schinken und Toast serviert. Uff, das war in aller Herrgottsfrüh wirklich nicht zu schaffen. Um 9:20 waren wir on the road. Wenn alles gut gehen sollte würden wir heute noch nach Swasiland einreisen. Gegen 13 Uhr waren wir bereits an einem kleinen Grenzposten angelangt. Die Passangelegenheiten waren schnell erledigt, aber es gab hier kein Zollbüro. Da wir mangels Vorbereitung nicht genau wussten ob wir hier überhaupt Zollformalitäten für Toyi‘s Carnet des Passage erledigen müssen und uns das auch keiner der Polizisten sagen konnten, entschlossen wir uns den Ausreisestempel wieder rückgängig machen zu lassen und 30 km weiter zum Hauptgrenzübergang zu fahren. Der Beamte schrieb mit Kugelschreiber 'cancelled' über unsere Ausreisestempel. Das sah so unamtlich aus, das hätten wir auch gekonnt. Und schon waren wir offiziell zurück in Südafrika. Am Hauptposten Oshoek wurde uns dann glaubhaft versichert, dass zwischen Südafrika und Swasiland keine Zollformalitäten notwendig sind weil letzteres ebenfalls zur Südafrikanischen Zollunion gehöre. Also bekamen wir einen weiteren Südafrikanischen Ausreisestempel und 10 Minuten später standen wir am Immigration Büro von Swasiland an. Auch hier ging alles easy. Einreisestempel, 50 Rand (ca. 5 €) Road Tax waren zu entrichten und nach 20 Minuten war alles erledigt, so dass wir beide Afrikanisches Neuland betraten. Bis in die Hauptstadt Mbabane war es nicht weit, dort kauften wir uns 1,4 kg blutige Steaks für heute Abend. Im Milwane Wildlife Sanctury fanden wir einen netten Campground. wo wir beim Umherfahren noch einige Gnus, Springböcke, Kuhantilopen, Zebras und Warzenschweinen begegneten. Es sah nach Regen aus, also bauten wir, bevor die Lagerfeuer-Grillsession mit anschließender Raubtierfütterung beginnen konnte, auch das Regendach über das Dachzelt. Zur Verdauung gab‘s Gin Tonic in der Bar und danach wohnten wir einem traditionellen Musikabend mit Tänzern, Sängern und Trommlern bei. So hatten wir einen durchaus unterhaltsamen Abend.

Die erste Nacht in Swasiland verbrachten wir ruhig und warm im Dachzelt. Es gab keinen Regen. Ein gutes self-made Frühstück war ein guter Start in einen neuen Tag. Um 10 Uhr brachen wir auf. Das Reisen in Swasiland ist durchwegs angenehm und einfach. Die Straßen sind gut, die Beschilderung ebenfalls, mit Englisch kommt man gut durch und alles ist wirklich sehr sauber, aufgeräumt und gepflegt. Unser Buch sagt man könne Nashörner am besten im Mkaya Game Reserve beobachten, also suchen wir den Eingang zu diesem Park was uns aber nicht gelingen wollte. Stundenlang fuhren wir schmale Pisten an einem Zaun entlang, durchquerten Flüsse, fanden aber keinen offiziellen Eingang. Als wir uns schließlich telefonisch erkundigten, erfuhren wir die stolzen Übernachtungspreise und gaben kurzerhand auf. Die Nacht verbrachten wir auf dem Camping der Mabuda Farm in Siteki, wo wir am Abend eine tolle Fußerkundungstour durch den Urwald machten. Bei sternenklarem Himmel machten wir uns ein wärmendes Feuerchen und fühlten uns sicher bewacht von zwei Schäferhunden die sich neben uns auf dem Boden niederließen und jeden Passanten mit dunkler Hautfarbe furchteinflößend anbellten.

In der Nacht gab‘s einen Regenschauer und am Morgen war alles dementsprechend nass. Um 10:20 standen wir bereits wieder am Grenzposten. Swasiland hatte uns positiv überrascht, nach zwei Tagen in diesem kleinen Land wollen wir aber nun unser eigentliches Hauptziel Mosambik angehen. In Mhlumeni sind die Ausreiseformalitäten problemlos, auch das Carnet wird sachkundig abgestempelt. Zehn Minuten später sind wir am Grenzposten Goba und reisen nach Mosambik ein. Dort kennt man das Carnet-Prozedere nicht, erst nachdem ich erklärt habe was damit zu tun ist, wird dieses vom Zoll abgestempelt. Danach ist eine Auto-Versicherung für einen Monat zu 150 Rand abzuschließen. Der geschäftstüchtige Versicherer tauscht uns auch gleich 1000 Rand in 3000 Metical um, so heißt die lokale Währung hier. Alles läuft mit einem lustigen Mix aus Portugiesisch und Englisch ab. Nach einer flüchtigen Fahrzeugkontrolle sind wir schließlich problemlos in Mosambik eingereist, ein weiteres Neuland für uns beide. Auf schmalen Pisten ging‘s weiter nach Süden. Eine halbe Stunde später regnete es wie aus Eimern, während es im Auto bei knapp 40 Grad heiß und schwül war. Sogleich wird dann alles glitschig und wir kommen nur noch vorsichtig langsam voran. Die Wasserdurchfahrten werden mehr und tiefer, dabei gilt es einige festgefahrene Lkws zu umfahren, das ist zwar gar nicht so ohne, aber mit Toyi kein wirkliches Problem. Es spritzt ordentlich bis hoch aufs Dach und nach einiger Zeit schaut Toyi aus wie nach unserer besten Urwalddurchquerung. Voll die Schlammschlacht eben. Um 14:40 stehen wir am Eingang des Elefants Park, ganz am südlichsten Zipfel von Mosambik gelegen. Wir zahlen 500 Rand Eintritt und versprechen uns neben Elefanten satt, vor allem einen wildromantischen Lagerplatz draußen am Strand des Indischen Ozeans. Kein einziger Elefant ist zu sehen, einzig ein paar Flusspferde tummeln sich im Xiguti Lake. Den Lagerplatz direkt am Strand gaben wir aber besser auf um uns windgeschützt hinter der ersten Busch- und Baumreihe niederzulassen. Frischer Fisch war leider keiner aufzutreiben, also gibt es zum Abendessen einen improvisierten Reistopf am Lagerfeuer. Beim nächtlichen Strandspaziergang bei fast vollem Mond müssen wir uns den Weg durch die unzähligen Krabben bahnen. Bei einer kleinen Sternenkunde entdecken wir Mars, Jupiter und Saturn, insgesamt ein tolles Erlebnis. Bei lautem Meeresrauschen gehen wir schließlich im Dachzelt schlafen.

Die Nacht war angenehm mild, es bekam nicht unter 20 Grad. Nach einem leckeren Frühstück aus der Toyi-Küche sind wir bereits um 9 Uhr wieder unterwegs. Nach zwei Stunden Hoppelpiste sind wir wieder zurück am Park-Eingang und haben bedauernswerterweise wieder keine Elefantenspuren gesehen. Von hier aus geht‘s auf katastrophaler Piste nach Norden vorbei an Bela Vista mit Kurs auf die Hauptstadt Maputo. Die Schlammschlacht geht heute munter weiter, es regnet und alles ist überschwemmt. Toyi ist jetzt in einheitliches Braun getaucht. Mehr als 20 km/h sind da nicht zu schaffen und so brauchen wir fast vier Stunden für die 60 Kilometer bis Catembe. Die Stadt versinkt förmlich im Schlamm und wir haben einige Mühe die Fähranlegestelle zu finden. Hatsch hat herausgefunden dass hier eine Autofähre durch die Bucht direkt hinüber nach Maputo gehen soll, eine willkommene Umgehung der furchtbaren Pisten wie hier im äußersten Süden Mosambiks. Mit einiger Verwirrung erhaschen wir ein Ticket für die nächste Fähre, die wir um 14 Uhr befahren. Sie macht einen stabilen und zuverlässigen Eindruck. Es werden insgesamt 8 Fahrzeuge und unzählige Menschenmengen aufgeladen. Um 14:30 legen wir ab und steuern direkt auf die gegenüberliegende beeindruckende Skyline von Maputo zu. Die Überfahrt dauert nicht lange und so sind wir bereits um 15 Uhr mitten in der Hauptstadt. Die Ausfallstraße nach Norden ist total dicht und so benötigen wir gefühlte Stunden um durch dieses Moloch durch zukommen. Im Stop and Go Verkehr kaufen wir unterwegs in einer Bar noch ein paar Dosenbiere zum mitnehmen. So schaffen wir bis zum Abend gerade mal 30 Kilometer ab der Fähre zurückzulegen und sind froh in Marracuene rechteitig vor der Dunkelheit einen Campingplatz zu finden. Die M-Lodge ist etwas außerhalb einsam am Fluss gelegen. Wir sind die einzigen Gäste auf die sich die Mückenscharen stürzen können, wir wehren uns mit allem was die Schmiervorräte zu bieten haben. Da wir keine Lust auf Kochen haben fragen wir nach was die Küche zu bieten hat. Tatsächlich wird diese extra für uns geöffnet und wir bekommen leckeren Fisch und kühle Biere.

In der folgenden Nacht regnete es mal wieder und am Morgen war alles tropfnass. Zum Glück schien am Morgen wieder die Sonne so dass wir das Zelt gut trocknen konnten bevor wir es einpackten. Um 10 Uhr brechen wir auf und queren auf den vier Kilometern bis zum Ort unzählige neue tiefe Wasserlöcher. In Marracuene heben wir von einem Geldautomaten ordentlich Metical ab und kaufen Malariaprophylaxe ein: eine Flasche Gin und acht Dosen Tonic. Heute ist Fahrtag und so wollen wir versuchen so weit wie möglich nach Nord-Osten zu kommen. Die Teerstraße ist zwar gut, führt aber durch unzählige Orte mit unzähligen Geschwindigkeitsbeschränkungen und vor allem Radar-Kontrollen. Wir passen auf wie die Luxe aber irgendwann erwischt es uns doch. Die Polizei von Xai-Xai hat‘s auf uns abgesehen und behauptet wir seien in der 60er-Zone 77 gefahren. Wir sollen 2000 Metical Strafe bezahlen, die sind ja verrückt, das sind 50 Euro und somit mehr als was der Normalbürger hier monatlich verdient. Ich kann die Summe auf ein Viertel runterhandeln, dafür gibt‘s aber dann keine Quittung und die Scheine verschwinden mit einem Lächeln direkt in der Brusttasche. Im Bezirk Inhambene nimmt die Siedlungs- und vor allem die Blitzerdichte ab, so können wir endlich über längere Strecken 100 km/h fahren. Nach knapp 500 Kilometer Tagesetappe erreichen wir unser Ziel Tofo erst in der Dämmerung und haben dabei Schwierigkeiten überhaupt einen Campingplatz zu finden. Der Strand ist von Hotels verbaut und wir finden keine Möglichkeit direkt am Strand an der letzten Palme zu übernachten, so wie ich mir das vorgestellt hätte. Im Backpacker Fatimas Nest stehen wir schließlich in einem Garten ohne Sicht aufs Meer. Ich bin enttäuscht, aber mehr ist jetzt in der Dunkelheit nicht mehr zu erwarten. Hatsch styled sich fürs nightlife auf und kurz danach ziehen wir zu Fuß durch den Ort. Das kleine Fischerdorf Tofo ist sehr übersichtlich, es gibt ein paar einfache Restaurants aber von der erwarteten Partymeile fehlt jegliche Spur. Auch das hatten wir uns anders vorgestellt, alle Reiseführer sprechen von einem Touistenzentrum, aber es ist nichts los. Außer uns gibt es nur ein paar Backpacker, von denen wir nichts Verwertbares über unsere bevorstehenden Querfeldeinstrecken erfahren können. Die paar Südafrikaner haben auch keine Ahnung, entpuppen sich als Schwätzer. Wir wissen noch immer nicht ob man jetzt nach der Regenzeit das Land weiter im Norden von der Küste nach Westen bis zum Limpopo Fluss durchqueren kann. Wir werden uns weiter durchfragen. In einem einheimischen Restaurant essen wir leckere Kalamari und Lobster, frisch gefangen und über dem Holzfeuer gegrillt. Das versöhnt schließlich ein bisschen.

Die folgende Nacht wird dann heiß und schwül aber wir haben dennoch richtig gut geschlafen. Beim Frühstücken auf der Restaurant Terrasse mit Blick auf den leeren Strand beraten wir wie es weiter gehen soll. Eigentlich wollten wir hier ja ein wenig verweilen, aber irgendwie springt der Funke nicht über. Das ist nicht die Art Strand wie ich das zum Beispiel von Ghana her kenne, wo wir damals wild romantisch an der letzten Palme direkt am Strand campierten. Wir beschließen abzureisen und verlassen Tofo gegen Mittag in Richtung Massinga, also weiter nach Norden. Dort in der Nähe bietet das Morrungulo Beach Ressort tolle Campingmöglichkeiten am Strand an der letzten Palme. Hier bleiben wir! Die Rezeption organisiert uns ein schönes Stück Barrakuda, den wir mit der Eisensäge in schöne Steaks sägen und anschließend auf dem Lagerfeuer grillen. Dazu gibt‘s Röstbrot, oder besser gesagt 'Bröckela' fast wie von unseren Oberfränkischen Großmüttern, ein Gedicht! Ein Strandspaziergang bei Vollmond soll für die Verdauung helfen, aber noch besser kommt schließlich der Whisky auf den uns eine Südafrikanische Familie einlädt, die einzigen Gäste die hier in einem Chalet wohnen. Die Kerle sind schon ordentlich angeheitert, sind aber felsenfest davon überzeugt, dass sie morgen in aller Herrgottsfrüh mit ihrem Motorboot in See stechen wollen und da wir mit Toyi die einzige Zufahrt zum Strand blockieren, sie uns ganz sicherlich um 6 Uhr aus dem Nest hupen werden. Na das wollen wir mal sehen, denken wir uns als wir zurück zu Toyi gehen. Den restlichen Abend blieb es so heiß, dass wir es an unserem Lagerfeuer gar nicht aushielten, also setzten wir uns weiter weg von den Palmen in den Wind und genossen den echt perfekten Traumstrand bei Vollmond. So muss es sein.

Nachts ist es durchgehend unheimlich heiß und als die Flut gegen 3 Uhr bis an Toyis Reifen vordringt wird es dazu auch noch unfassbar laut. Alles juckt, aber Moskitos sind keine zu sehen. Um 6 Uhr weckt uns tatsächlich der Hirsch von nebenan weil er mit seinem Auto und Bootsanhänger auf den Strand fahren will. Also fahre ich mit aufgeklapptem Dachzelt inklusive einem mürrischen Hatsch direkt hinaus auf den Ebbe-Spülsaum. Hatsch schläft nahtlos weiter während ich eine Foto-Strand-Wanderung unternehme. Klasse schaut das aus, der völlig verdreckte Toyi vor dieser Palmenkulisse am einsamen Indischen Ozean. Frühstück machen wir dann auch direkt am Strand. Der Kerl von der Rezeption meint dass uns der Besitzer Mr. Nelson sicherlich bezüglich der Fragen zu unserer Reiseroute weiterhelfen könnte. So ist das dann auch. Er ist die Strecke zwar schon seit 4 Jahren nicht mehr gefahren, ist sich aber sicher dass die nördlichere Variante mit unserem Fahrzeug machbar sei, während er von der Südlichen abrät weil zu unwegsam und vor allem auch wegen der Landminen im Bereich um Banhine. Ok, das stimmt uns zuversichtlich als wir schließlich um 11 Uhr weiterfahren. In Mapinhane tanken wir nochmal voll und  verlassen anschließend die Hauptstraße und fahren auf einer breiten gut befahrbaren Sandpiste nach Westen. Im letzten größeren Ort Mabote kaufen wir Brot und Cola und machen viele Fotos von strahlenden Kindern. Vom weiteren Pistenzustand nach Westen weiß hier keiner etwas Genaues. Ein Südafrikaner meint er sei vor 2 Wochen dort mit seinem Land Cruiser Pickup komplett im schwarzen Schlamm (black mud)) versunken. Wenn wir genug Wasser und Essen dabei hätten sei es ja kein Problem mal ein paar Wochen auszuharren, meint er. Autos würden jedenfalls derzeit keine fahren. Wir lassen uns nicht einschüchtern und fahren weiter. Ab Mabote wird die Sandpiste schmal und einspurig und verläuft meist durch dichten Wald, ist aber zunächst gut befahrbar. 25 Kilometer nach Mabote stehen wir tatsächlich vor der ersten Herausforderung. Es gilt eine breite Schlammebene zu durchqueren. Vor ein paar Wochen als hier alles überschwemmt war, war das sicherlich unmöglich, aber heute schaffen wir das ohne große Probleme. Toyi wühlt sich durch und danach geht‘s so weiter wie zuvor. Weitere 25 Kilometer später erreichen wir den Ort Ofisso. Hier führt eine beschilderte Piste nach NW in den Pafuri Park. Wir halten uns weiterhin nach Westen und schlagen 10 Kilometer weiter unser Lager etwas abseits der Piste im dichten Wald auf. Um 18 Uhr ist es bereits dunkel und wir machen ein herrliches Feuerchen und einen großen Topf Spaghetti, der zum Vollmondaufgang serviert wird. Es ist absolut still und ich genieße das, dazwischen erzählen wir uns gegenseitig immer wieder alte Abenteuergeschichten von unseren Reisen. Um 23 Uhr hat es auf 19 Grad abgekühlt, der Himmel ist sternenklar. Wir sind rechtschaffen müde und verziehen uns ins Dachzelt. Was wird der morgige Tag bringen?

Heute ist der 16.April 2014, der zehnte Tag unserer Reise. An diesem Morgen ahnen wir noch nicht dass er in die gesammelten Analen unserer Afrika-Abenteuer eingehen würde. Wir hatten eine gewisse Ehrfurcht und Ungewissheit was die nächsten Kilometer bringen würden. Würde es Brücken über die Flussläufe geben? Wenn nicht, dürfte es tatsächlich sehr schwierig bis unmöglich werden hier durchzukommen. Nach einem reichhaltigen Frühstück mit baked beans und getoasteten Semmeln fahren wir bei strahlendem Sonnenschein weiter. So wie es aussieht hat es seit einiger Zeit nicht mehr geregnet, wenn es weiterhin so bleibt steigert das unsere Chancen. Wir kommen durch viele kleine Bilderbuchdörfer, es ist traumhaft, hier scheint die Welt irgendwie noch in Ordnung zu sein. Alle lachen und winken. Außer unserem Toyi gibt es nirgendwo ein Auto zu sehen. Bilderbuch-Afrika. Nach knapp 100 Kilometern ab Mabote stehen wir an der "berühmten" steel bridge, die hatte unser Navigations-System Tracks-4-Africa schon seit längerem angekündigt. Die Brücke ist zum Glück in einem vertrauenswürdigen Zustand, ohne sie wären wir nicht durch diesen breiten tiefen Fluss gekommen. An einer Pistengabelung halten wir uns weiter nach Westen mit Kurs auf den Ort Machaila. Die Piste durch den zugewachsenen Wald ist eng, aber der sandige Untergrund ist durchwegs trocken, tragfähig und ohne Schlammpassagen. 50 Kilometer nach der Stahlbrücke stoßen wir bereits auf ein breitere Piste aus Süd-Ost vom Banhine Park herführt. Wir kommen gut voran und ohne weitere Probleme erreichen wir bei Mapai-Station die Bahnlinie die von Süden nach Norden verläuft. Wir sind echt überrascht wie einfach diese Piste war, easy going durch und durch. Das Ganze hatte eher was von Spazierfahrt als von Urwaldquerung. Da war die Schlammschlacht vor ein paar Tagen im Südzipfel Mosambiks weitaus schwieriger zu bewältigen. Wir überqueren die Bahngleise und fahren sogleich weitere 25 Kilometer nach Westen zum Rio Limpopo. Hier soll es in der Trockenzeit eine befestigte Furt durch den Fluss geben oder je nach Wasserstand und Strömung ein sogenanntes Ponton, eine handbetriebene Fähre mit der jeweils ein einzelnes Fahrzeug von einem Ufer ans andere gebracht werden kann. Wir staunen nicht schlecht als wir den breiten reißenden Fluss um Viertel nach Drei erreichen. Wir entdecken die kleine schwimmende Plattform die von fünf Männern mit Flößerhaken stakend angetrieben wird. Es gibt kein Seil und auch keinen Motor und das Ding ist nur eine schwimmende Eisenplattform ohne Hohlkammern. Mein erster Gedanke: Leckomio, ob das mit dem schweren Toyi geht? Ich bin skeptisch ob ich das überhaupt ausprobieren will. Gerade eben wird ein leichterer Pickup hinüber gebracht, das schaut bei der Strömung schon abenteuerlich genug aus. Mein Bauchgefühl sagt mir ein klares Nein! Wir versuchen abzuwägen. Es gibt hier weit und breit keine Brücke über den Fluss. Direkt gegenüber hätten wir die Chance in den Limpopo Nationalpark zu fahren und von dort aus weiter über die Grenze nach Südafrika direkt in den Norden des Krüger Nationalparks zu gelangen. So war jedenfalls unser eleganter Plan falls wir den Fluss jemals erreichen sollten, was letztlich einfacher als erwartet war. Dass nun die Flussquerung das Hauptproblem darstellen könnte, damit hatten wir nicht gerechnet.       

Vor uns wartet ein weiteres einheimisches Fahrzeug um ans andere Ufer gebracht zu werden. Dessen Fahrer meint unser Land Cruiser sei zu schwer und wir sollen doch einfach unser Gepäck ausladen. Das selbe meint dann auch der Fährmann als er mit dem Ponton ankommt. Wir überlegen. Ausladen ist kompliziert, spart gerade mal 200-300 kg, das kann ja wohl nicht sein dass es darauf ankommt. Wir beschließen schließlich dass Hatsch sein gesamtes Hab und Gut bei sich tragen soll und mit einem separaten Ruderboot rüber gebracht wird. Um 16:30 sind wir an der Reihe. Der Fährmann ändert plötzlich seine Meinung, Hatsch soll nun doch auf der Fähre mitfahren. Also besteigt Hatsch mit laufender Videokamera als erster die Plattform, mitsamt Seesack und allem was er derzeit besitzt. Dann kommt Toyi dran. Ich soll erst rückwärts und dann doch vorwärts über die abenteuerlich geschweißten Auffahrrampen auf die schwimmende Plattform fahren. Alle geben durcheinander Anweisungen und ich bin aufgeregt und verwirrt. Toyi traut der Sache auch nicht und mag nicht recht fahren, so jedenfalls fühlt sich das für mich an. "Weiter, weiter!" höre ich noch, doch da kippt das Boot bereits irgendwie nach links hinten weg. Das geht zwar wie in Zeitlupe aber trotzdem zu schnell um reagieren zu können. Plötzlich wird‘s still (zumindest gefühlt weil wohl der Auspuff unter Wasser geriet) und ich sehe Hatsch neben mir im Wasser stehen, mit all seinem Gepäck, nur sein Kopf schaut noch raus. Es dauert noch ein wenig bis ich wirklich kapiere dass da was nicht mehr stimmt. Als nächstes sehe ich wie einer der Jungs auf der Reling der vor mir untergegangenen Fähre sitzt, das ist alles was von der Fähre noch zu sehen ist. Auf meiner Bullfänger-Stoßstange sitzt ein anderer. Ich merke wie Toyi ganz allmählich im Fluss versinkt. Panik überkommt mich. Ich sitze hier auf meinem Fahrersitz und das Wasser blubbert langsam in den Innenraum. Draußen im Fluss kämpft sich Hatsch mühsam bis zum Ufer vor. Mit aller Gewalt versuche ich jetzt irgendwie rückwärts Richtung Ufer zu fahren aber das gräbt Toyi nur noch tiefer in das schlammige Flussbett ein. Einer ruft "engine stop!" und erst jetzt höre ich wie Toyis Auspuff bereits im Wasser blubbert und ich sehe auch wie die Motorhaube langsam im Fluss verschwindet. Also stelle ich den Motor ab und rufe panikartig "Hatsch, Hatsch..., mach‘ was, du musst was machen!" Keine Antwort. Im Fahrzeuginneren steigt das Wasser schnell bis zur Windschutzscheibe, zumindest auf der linken Fahrerseite. Wenn Toyi nur nicht umfällt...! Er neigt sich immer mehr nach links. Ich klettere über das Beifahrerfenster raus aufs Dach und rufe nochmal nach Hatsch, "Hatsch mach was!" Und was sagt er: Da kannst jetzt gar nix machen, komm erst mal raus! Niemals verlasse ich mein sinkendes Schiff, niemals! Das geht so drei bis viermal. Hatsch baut derweil in tropfnass erstmal sein Iglu-Zelt am Limpopo Ufer auf und sichert sein Hab und Gut. Ich fange an alles Wichtige aus Toyi auszuräumen und werfe es Hatsch ans Ufer zu. Meine Güte was ist hier passiert, das Ponton ist fast vollständig im Fluss versunken, Toyi schaut immerhin noch zur Hälfte raus, der Fährmann telefoniert wie wild und meint es käme Hlfe, bald... Dann wird‘s dunkel. Geht mein Afrika Abenteuer mit Toyi heute hier zu Ende? Solche Gedanken gehen mir durch den Kopf während ich bis zur Brust in Wasser eingetaucht noch immer hinter meinem Steuerrad sitze. Um mich herum treibt alles schwimmbare wie Plastiktüten, Mückenmittel, Sonnenmilch, Chips und Salzstangen, ein wahrlich katastrophaler und aussichtsloser Anblick.

Da ich irgendwann nicht mehr daran glaube dass heute in der Dunkelheit noch eine Rettungsaktion stattfinden wird, verlasse ich mein sinkendes Schiff schließlich doch noch via Beifahrerfenster und übers Dach. Hatsch macht mit meiner Kamera jede Menge Fotos weil seine vom Limpopo Wasser zerstört ist, so wie auch sein Handy, sein Pass usw. Das Ausmaß der Katastrophe zeichnet sich langsam ab, ich bin fix und fertig. In der Dämmerung montiere ich unter Wasser den Bergegurt an Toyi‘s hinteren Abschlepphaken, nachdem ich vorher verzweifelt die Schäkel im Auto gesucht habe. Dabei finde ich aber zum Glück einige andere wichtige Gegenstände die ich ans Ufer werfe: GPS, Landkarten, Reiseführer etc, aber leider vergesse ich, wie sich später herausstellen sollte, die zwei überaus wichtigen Carnet Dokumente. Tropfnass stehen wir am Ufer, verschlammt, zerrissen, k.o., und ein bisschen hoffnungslos. Aber Afrika wäre nicht Afrika wenn nicht selbst ausweglose Situationen auf einmal einen unerwarteten Verlauf nehmen würden.

Die fünf Fährmänner bestätigen immer wieder, dass heute noch ein Trecker kommen würde um Toyi zu bergen. So recht glauben wir daran nicht. Das wäre doch bei Dunkelheit ein Wahnsinn und bei Tageslicht viel besser. Nein, nein, das Auto muss so schnell wie möglich raus, da sind sich die Jungs einig. Wir schaufeln derweil die Uferböschung weg um eine sanftere Rampe zu bauen. Um ca. 18:30 kommt tatsächlich ein Trecker, sogar mit einem Anhänger. Was will der mit dem Anhänger?, denken wir gleichzeitig, wir sollten es noch erfahren. Mit dem Trecker erscheinen auch jede Menge andere Typen und bringen unter anderem einen Kettenflaschenzug mit. Was wollt ihr damit denke ich, zieht Toyi raus und fertig! Der Trecker rangiert ewig den Hänger rückwärts Richtung Toyi. Der Bergegurt wird angehängt und der erste Versuch zeigt ziemlich schnell, dass das nichts wird. Die großen Trecker Reifen drehen einfach durch und graben sich im Boden ein, während sich Toyi keinen Millimeter bewegt hat. Jetzt verstehen wir auch den Sinn des Hängers, der Trecker würde ohne Hänger einfach nach hinten überrollen und dient somit als Sicherung. Als nächstes kommt der Kettenflaschenzug zum Einsatz. Er wird irgendwie zwischen Hänger und Toyi gespannt, das ist bei der Dunkelheit gar nicht so einfach. 20 Afrikaner rufen in einem bunten Sprachgemisch durcheinander. Wir mitten drin versuchen unser Hab und Gut nicht aus den Augen zu lassen. Manche der Jungs arbeiten wirklich hart, andere stehen nur rum und quatschen. Mit Hilfe des Flaschenzugs der zwischen Toyi und Anhänger installiert wurde, bewegt sich Toyi tatsächlich die ersten Millimeter Richtung Ufer. Das Durchziehen der Kette geht aber so schwer dass es mit Muskelkraft und bloßen Händen kaum zu schaffen ist. Wenn nur nicht die Kette reißt oder Toyis Abschlepphacken!

Dann beginnt eine abenteuerliche Pannenserie. "Driver, you must control your car, get into your car!", ruft der Fährmann immer wieder. Ich hatte mich gerade endlich mal trocken angezogen, da soll ich schon wieder rein in die Brühe. Das bringt doch bei der millimeterweisen Fortbewegung nichts. Die Kette vom Flaschenzug verklemmt sich und es geht zunächst nichts mehr voran. Einer fährt los um noch weitere Flaschenzüge in Mapai zu suchen, das sind hin und zurück knapp 50 Kilometer. Derweil wate ich nochmal in den Toyi um sicherzustellen dass die Handbremse gelöst ist und der Leerlauf eingelegt ist. Nackt bis auf die Unterhose. Es ist windig und mir ist kalt. Dem Trecker geht der Diesel aus. Oh no! Daraufhin wird einer losgeschickt um Diesel zu holen. Als er mit einem 20 Liter Kanister zurück ist, springt der Trecker nicht mehr an weil Luft im Dieselsystem ist. Ohne das in den Griff zu bekommen wird gnadenlos weiter georgelt bis die Batterie leer ist. Folglich wird die Trecker-Batterie ausgebaut und stattdessen eine Autobatterie benutzt. Diese wird neben den Trecker gestellt, Kabel werden zusammengesucht, auf die Pole gehalten, Funken sprühen, Afrika live eben. Die Autobatterie ist jedoch zu schwach. Ich tauche nochmal in den Toyi ab um unser Starterkabel zu finden. Das ist schon etwas unheimlich in den dunklen Fluss zu springen. Beim Öffnen der Beifahrertür schwimmen mir einige Dinge davon, aber ich finde das Kabel glücklicherweise unter Wasser. Damit wird von einem Pickup speisend für ca. eine halbe Stunde die Trecker Batterie aufgeladen und derweil ordentlich entlüftet. Irgendwie springt er danach mit geladener Batterie wieder an. Einer hat mitten in der Nacht tatsaechlich zwei weitere Flaschenzüge angeschleppt. Ein zweiter wird parallel zum ersten Flaschenzug gespannt. Damit geht es nun Zentimeter für Zentimeter voran bis einer der beiden Kettenläufe am Ende angekommen sind. Toyi hängt aber noch immer tief im Wasser. Der Bergegurt ist verkeilt und kann nicht mehr abmontiert werden. Um ihn zu befreien wird er schließlich zerschnitten, um Toyi damit während des Umspannvorgangs an einem Pickup zu sichern. Der Fahrer des Pickups hat aber erstmal beim Rangieren sein Fahrzeug gnadenlos im Tiefsand festgefahren, so dass der Trecker abgekuppelt werden muss um ihn rauszuziehen. Unglaublich! Als das getan ist, fährt der Trecker zurück zum Hänger. Vorher wurden Betonblöcke, woher auch immer die kamen, unter Toyi‘s Hinterreifen gelegt, damit rutschte er nur ca 10-20 cm zurück ins Wasser. Als nächstes werden die Flaschenzüge abgemacht, das sind mittlerweile alle drei, und der Trecker mit Hänger einen Meter nach vorne rangiert. Dann beginnt die nächste Flaschenzugrunde, welch ein Kraftakt! Der sichernde Pick-up steht weiter oben, wir haben seine Reifen eingegraben. Die zwei Ladies die seit Stunden darin sitzen und auf ihre Männer warten, haben allmählich sichtlich die Schnauze voll und keinen Grund mehr zum Lachen. Das Spiel mit den Flaschenzügen geht so gefühlte unendliche Male. Die Jungs schuften wie die Tiere. Mit blanken Händen ziehen sie die Ketten, immer wieder verklemmt sich was und es geht nicht weiter, alle reden durcheinander. Es ist stockfinster und alle funzeln mit ihren Handytaschenlampen herum, weil wir unsere einzig gerettete Taschenlampe für die Nacht aufsparen wollen. Wer weiß was noch kommt. Es ist bewölkt, windig und es fängt zu regnen an. Mir ist kalt! Alles dreht sich in meinem Kopf. Ich habe nicht auf Toyi gehört, er wollte da nicht drauf fahren und jetzt habe ich ihn ruiniert…

Mit vereinten Kräften, Ideen und kraftvollen Taten beginnt sich Toyi nun tatsachlich Zentimeterweise aus dem Wasser zu bewegen. Das schaut gar nicht mehr so schlecht aus. Wir schöpfen wieder Hoffnung. "Fotos machen nicht vergessen, selbst in der ausweglosesten Situation", das sind wir uns einig und Hatsch knipst und knipst. Unsere nassen Sachen liegen überall herum, unsere Schaufeln sind im Dauereinsatz.

Mit x-mal umrangieren, umspannen, verklemmen, neu einspannen usw. ist Toyi tatsächlich um 0:30 auf festem Grund. Das Wasser rinnt aus all seinen Öffnungen und irgendwie sind alle Beteiligten ein wenig erleichtert, auch wenn die Fähre noch tief im Fluss versunken ist und Toyi alles andere als fahrtüchtig erscheint. Einer der Kerle kommt auf mich zu und behauptet er kenne sich mit Motoren aus und bietet an uns morgen früh zu helfen die Karre wieder flott zu machen. Das geht wie alle anderen Konversationen in abenteuerlichen Portugiesisch-Englisch-Mix vonstatten. Für heute sollte seiner Meinung nach nur der Luftfilter zum trocknen ausgebaut werden, verstehen wir. Vor allem aber dürften wir auf keinen Fall den Motor starten, "Don´t start the engine", betont er mehrfach. Eine viertel Stunde später sind alle weg. Die Fährleute rudern ans andere Ufer wo sie zu Hause sind. Mit einem kleinen Ruderboot verschwinden sie in der Dunkelheit. Wir sind total erschöpft, öffnen Bierdosen und essen Thunfisch und Pilze auf Weißbrot. Eine Alukiste dient uns als Tisch. So sitzen wir wenig später ganz alleine am Limpopo Ufer und können fast schon wieder lachen. Naja zumindest fast nach zwei drei Bieren. Ob es da drin Krokodile gibt?, fragen wir uns erst jetzt wo wir etwas zur Ruhe kommen. Ach, das ist jetzt auch schon egal! Noch ein Bier und dann gibt‘s auch noch die Ginflasche hinterher und ein paar Verzweiflungsfotos. Um 2 Uhr verkriechen wir uns im Zelt zwischen all den geretteten Sachen in die Schlafsäcke, diese hatte ich vorher noch aus dem Dachzelt des versunkenen Toyis gefischt. Angetrunken wie wir sind, schlafen wir schnell ein.

Um 6 Uhr in der Früh werde ich von Stimmen geweckt. Wo bin ich, was ist passiert? Habe ich das alles nur geträumt? Als ich den Zeltreisverschluss öffne und den versifften Toyi draußen stehen sehe, weiß ich dass es gewiss kein Traum war. Wie wird es heute weiter gehen? Pünktlich um 6:30 kommt wie versprochen der Mechaniker von gestern Nacht und wir machen uns sofort gemeinsam an die Arbeit. Wie sich herausstellt ist er ein wirklicher Experte seines Fachs. Hatsch und ich hatten uns bereits überlegt was alles zu tun sei, aber der Kerl kennt noch einige wichtige Schritte und Tricks mehr, die wir ohne ihn nicht beachtet hätten. Vor allem das Wasser aus den vier Getrieben abzulassen hätten wir sicherlich vergessen. Mit seinen Connections besorgt er uns auch 10 Liter Motoröl, 10 Liter Getriebeöl, 20 Liter Diesel, Spezialwerkzeug usw. Dazu wird jeweils einer seiner Jungs nach Mapai geschickt um das Benötigte zu besorgen. Unser Mechaniker ist so gründlich dass wir quasi eine Lehrstunde erfahren was mit einem Fahrzeug zu tun ist um es nach einem derartigen Wasserschaden wieder flott zu machen und wie dabei nichts ruiniert wird. Um es nicht wieder zu vergessen haben wir während der darauffolgenden Tage alle Arbeitsschritte aufgeschrieben. Diese Liste enthält 23 Punkte zur Fahrzeugmechanik und wir empfehlen jedem der vielleicht einmal in ähnliche Situationen kommen könnte diese zu verinnerlichen. Die Liste befindet sich hier (link).

Um 12 Uhr Mittag läuft Toyi‘s Motor wieder rund und er kling richtig gut und gesund. Der Motor hat die Unterwasseraktion bis hierhin ohne Schaden überlebt. Wir haben einige ungelöste Elektrikprobleme aber es ist jetzt vorerst egal, dass die Beleuchtung, die Lüftung und die Dieselpumpe nicht funktionieren, die Sicherungen geflogen sind usw. Der Mechaniker macht seine Rechnung auf. Wir haben 30 Liter verwässerten Diesel abgelassen und 20 Liter frischen Diesel getankt. Er berechnet Diesel, Öle und seine Arbeitszeit und verlangt schließlich einen fairen Preis. Da ich nicht mehr soviele Metical wie gefordert habe, bezahle ich ihm 2150 Südafrikanische Rand in nassen Scheinen. Der Fährmann versichert mir per Handschlag, dass er uns heute als erstes hinüber ans andere Ufer bringen wird sobald die Fähre geborgen sei. Nein danke, ich bin restlos bedient. Wir lachen beide. Es gibt keinerlei Forderungen oder Schuldzuweisungen von beiden Seiten. Der Handschlag ist quasi unsere gütliche Einigung auf einen Vergleich. Das liebe ich an Afrika, das es manchmal unerwartet unkompliziert ist. Keine Klagen, kein Versicherungskram, kein Schuldigen.

Die Fährjungs haben den ganzen Vormittag vergeblich damit zugebracht die Fähre zu bergen, aber es bedarf schließlich eines ausgewachsenen Lkws um sie aus dem Fluss ziehen zu können. Im Nu ist sie leer geschöpft, flott gemacht und wir sehen noch zu wie sie tatsächlich gegen 15 Uhr das erste Fahrzeug ans andere Ufer bringt. Afrika ist einfach wunderbar. So viele Kerle haben uns geholfen und mit einem einfachen Dankschön ist alles erledigt. Wir bauen das Zelt ab, verstauen alle Sachen im Toyi, reinigen die gute Ortlieb Faltwanne von Motoröl. Wir schauen aus wie die Schweine, das ist aber jetzt völlig egal. Toyi fährt und wir wollen so schnell wie möglich weg von diesem Unglücksort. Den ursprünglichen eleganten Plan am gegenüberliegenden Ufer in den Limpopo Park zu gelangen, den müssen wir erstmal aufgeben. Stattdessen müssen wir ein paar hundert Kilometer nach Süden fahren bis wir eine Brücke über den Fluss finden. Wir haben nur noch wenige Tage, der Zeitplan ist allemal dahin. Um 15:40 verlassen wir das Limpopo Ufer und fahren Richtung Mapai. Toyi fährt, ist das nicht unglaublich!?

In Mapai gibt es keine Bank und keinen Geldautomaten und irgendwie sind alle besoffen. Wir tanken nochmal 70 Liter Diesel nach und bezahlen mit unseren letzten Rand. Normalerweise führe ich genau Buch, aber der Kilometerstand ist aufgrund der völlig beschlagenen Instrumentenanzeige nicht ablesbar. Wir sitzen auf Müllsäcken weil die Sitze tropfnass sind. Die Piste führt entlang der Bahnlinie geradewegs nach Süden. Klingt gut, aber wir kommen nur langsam voran, weil wir ständig von Pistenbaufahrzeugen und Umleitungen aufgehalten werden. Weit kommen wir nicht mehr und so schlagen wir um 17:15 rechts der Piste zwischen hohen Bäumen unser Lager auf. Wir räumen und trocknen, aber dem Chaos ist nicht Herr zu werden. Ich grabe die aufgeweichten Carnets hinter dem Sitz raus. Die Seiten sind zusammengeklebt, die perforierten Abschnitte zum Teil abgetrennt, die Stempel sind alle nicht mehr zu lesen. Auweh, das gibt noch ein Theater. Wir sind k.o. und hungrig und geben für heute auf. Ich koche uns aufgequollene Spagetti mit Tomatensoße, die wir gegen 19 Uhr lustlos und ohne großen Appetit verspeisen. Danach schläft Hatsch direkt am Tisch ein und verzieht sich wenig später ins Dachzelt. Bei fast vollem Mond setze ich mich noch alleine an unser Feuerchen und brüte über der Landkarte wie es weiter gehen könnte. Der Gin hilft dabei das Erlebte zu verarbeiten und so genieße ich in Gedanken versunken die Stille und die sanften Töne von Coldplay. Ab und an dreht es mir mal die Augen weg ehe ich um 21 Uhr aufgebe und ins Zelt krieche. Ein weiterer anstrengender Tag geht früh zu Ende. Total erschöpft schlafe ich sofort ein.

Nach einer sorgenvollen Nacht und 12 Stunden Schlaf für Hatsch sind wir am nächsten Morgen wieder einsatzfähig. Nach dem Frühstück beginnen wir an Ort und Stelle mit einer großen Trocknungsaktion. Wir bauen alle Scheinwerfer aus um das Wasser abzulassen, bauen alle Sitze aus und demontieren die Fußmatten so weit es bis zum fest eingebauten Holzeinbau möglich ist. Das Dämmmaterial ist mit Wasser nur so voll gesogen, das reiße ich alles raus weil das sicherlich in Hundert Jahren nicht mehr trocknet. Alle Gegenstände die nass sind werden zum Trocknen ins Gras gelegt oder in Bäumen und Sträuchern aufgehängt. Es schaut aus wie auf einem Schlachtfeld. Kreuz und quer verteilt liegen Warndreiecke, Warnwesten, Werkzeug, Ersatzteile, Medikamente, Schuhe, Klamotten, Landkarten, einfach alles was sich im Fahrzeug befand. Für Hatsch‘ Kamera schaut es leider nicht gut aus, die ist wohl oder übel hinüber. Ich sortiere kräftig aus weil so einiges nicht mehr zu retten ist. Am Ende machen wir damit ein großes rauchendes Feuer. Wir ziehen Zwischenbilanz: die Beleuchtung geht nicht, die Lüftung auch nicht, das ist aber im Moment egal. Die Bordnetzsteckdosen funktionieren nicht aber wir können das GPS mit Batterien betreiben. Die ganze Elektrik ist irgendwann ein Kapitel für sich. Die Starter- und die Zusatzbatterien haben überlebt, wir haben alle Zellen geöffnet, der Flüssigkeitsstand war tatsachlich nominal. Toyi startet tadellos durch und um 14 Uhr fahren wir gen Süden weiter. Im Dorf Combunane machen wir an einem Reifenshop einen kurzen Stop um mit deren schweren Vorschlaghammer Toyis Ersatzradhalterung in Form zu hämmern. Die wurde bei der Bergungsaktion dermaßen verbogen, dass sie nicht mehr verriegelt werden konnte. Die Piste nach Süden ist schlecht und wir kommen nur langsam voran. Nach etwa 250 Kilometern seit der verunglückten Bootstour erreichen wir am Abend bei Marracetane die Brücke über den Limpopo. Etwas wehmütig aber sicher und trocken erreichen wir das Westufer. Danach geht die Straße durch flaches Sumpfland was es schwierig mach einen Lagerplatz zu finden. Schließlich folgen wir einem befestigten Feldweg nach Osten der bei einem Container und einem Traktor endet, der von einem Einheimischen bewacht wird. Wir geben ihm irgendwie zu verstehen dass wir hier übernachten wollen und er protestiert zumindest nicht dagegen. Tatsächlich ist er ein sehr zurückhaltender scheuer Mann der unseren Besuch vielleicht als willkommene Abwechslung sieht. Im Container scheinen allerhand Gerätschaften für die Plantagenarbeit zu sein, er jedenfalls wohnt im Freien hinter dem Holzstapel wo er sich an seinem Feuerchen kauert. Er tut uns so leid dass wir ihm gerne von unserem Chillitopf abgeben und eine Dose Tonic ausgeben. Später bringt er das benutzte Geschirr zurück, fein säuberlich mit Sand gespült. Zum Glück sind mir nicht alle Mückenmittel aus dem Toyi weg geschwommen, denn die Mücken sind hier im Sumpfland wirklich eine arge Plage. Die mondlose Nacht zaubert eine phantastische Milchstraße an den Himmel was uns zum Aushalten einlädt. Ehe uns aber die Mozzis doch noch auffressen, gehen wir um 23 Uhr doch besser schlafen.

Die anschließende Nacht war ruhig und warm, wir haben gut schlafen. Von unserem Gastgeber war kein Mucks zu hören. Bereits um 6 Uhr kommen die ersten Besucher, wir sehen sie vom Dachzelt aus wie sie mit unserem Mann reden. Also Aufstehen und ran an die Arbeit. Wir bauen die Instrumentenanzeige aus um das Wasser rauszubringen. Als wir beim Weißwurstfrühstück sitzen treffen die Arbeitertrupps für die Plantagen ein. Sie sind recht verwundert aber alle sehr nett und zurückhaltend. Wir fühlen uns trotzdem recht unpassend und brechen zügig auf. Um 9:30 erreichen wir Chockue wo wir spontan den verdreckten Toyi waschen lassen. Die Autowäscherei besteht aus zwei Auffahrrampen im Freien. Ein geschäftiger Kerl hat einen Hochduckreiniger im Betrieb der mit abenteuerlich verbundenen Kabelstücken an einer weiter entfernten Steckdose angeschlossen ist. Er scheint zu funktionieren. Die anfänglich 600 Metical handeln wir auf 350 runter und los geht‘s. Um Toyi wieder sauber zu bekommen ist wirklich einiges zu tun und dauert schließlich eineinviertel Stunden. Wir machen uns der derweil einen Spaß mit den Kindern der Nachbarhäuser, die alle unbedingt fotografiert werden wollen. Belustigend finden wir auch dass direkt neben der open-air Wachanlage Wäscheleinen mit vielen aufgehängten weißen und bunten Wäschestücken verlaufen, das scheint aber weder den Autowäscher noch die Wäscherinnen zu stören. Wir wollen heute noch Mosambiks Hauptstadt passieren und nach Südafrika einreisen, also immer zügig weiter. Obwohl wir gut aufpassen werden wir kurz vor Marracuene wieder mal in einer 60er Zone geblitzt. Die 10 km/h zu viel kosten diesmal 1000 Metical und mit der arroganten Polizistin ist da auch nichts zu verhandeln. Ich bestehe folglich auf einer Quittung.

Wir scheitern mehrmals bei dem Versuch Maputo zu umfahren, enden jedesmal in einem Irrgarten kleiner und kleinster Gässchen. Wir fragen wen immer wir treffen aber keiner kapiert unser Anliegen. Warum sollte man Maputo umfahren wollen? Alle Straßen führen mittendurch. Schließlich geben wir auf und steuern geradewegs auf die Staufalle Maputo zu. Wir müssen mal wieder mitten durch um auf der anderen Seite raus zu kommen, so ist das nun mal in Afrika. Niemand will außen rum fahren sondern beim Durchfahren am besten noch ein paar Geschäftchen machen. Es geht aber dann erstaunlich gut, vielleicht liegt es daran dass heute Samstag ist. Und so stehen wir bereits um 16:20 am Grenzposten von Mosambik. Wir haben hin und her überlegt was wir mit den unleserlichen Carnets machen sollen und so bin ich, was die bevorstehenden Formalitäten betrifft, etwas nervös. Manchmal braucht man aber auch ein wenig Glück und hier wartete es auf uns. An jeder Grenzstation brauchten wir bisher einen sogenannten Gatepass, das ist ein Zettel wo jede zu erledigende Stelle, also Polizei, Zoll, Versicherung usw. einen Stempel draufsetzt. Am finalen Schlagbaum muss dieser Zettel dann vollständig abgestempelt abgegeben werden sonst wird die Schranke nicht geöffnet. Warum auch immer, hier ist kein Gatepass nötig und so nutzen wir die Chance uns um die Zollkontrolle vorbeizumogeln. Das erspart missverständliche Diskussionen und vor allem Zeit. Das Fahrzeug wird ja schließlich das Land verlassen, das kann ich auf jeden Fall mit dem nächsten Einreisestempel nach Südafrika ins Nachfolge-Carnet beweisen. Das neue Carnet haben wir nach dem Wasserschaden einigermaßen aufgepäppelt, da noch keine Einträge drin sind gibt‘s auch nichts Unleserliches zu beanstanden, die gewellten Seiten sind schon ok. So kommt‘s dann auch und so sind wir bereits 20 Minuten später zurück nach Südafrika eingereist. Am ersten Geldautomaten füllen wir unsere Randvorräte auf und weil alles so gut gelaufen ist erwägen wir gleich hier am Südende des Krüger Nationalparks eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen und uns morgen zu belohnen indem wir beizeiten einen Ausflug durch die südliche Parkregion zu machen. Das klingt verlockend. In Komatiepoort finden wir eine Campsite und versacken gleich mal in dessen Bar. Das Ganze ist eine recht seltsame Absteige mit vielen versoffenen Gestalten. Zwei Ladies in unserem Alter laden uns gleich auf eine Runde Pool Billard ein und so kommt es dass wir um 20 Uhr beim Abendessen bereits ordentlich einen Sitzen haben. Wir gönnen uns die fetten Steaks und beobachten wie die Südafrikanische lower class sturzbetrunken zur Pseudo-Discomusik über die Tanzfläche eiert. Ich halte das nicht lange durch und verziehe mich zum Toyi. Hatsch bleibt noch weil er an der Bar sein Handy laden lässt und gespannt ist ob es nicht etwa doch das Absaufen überlebt hat. Schließlich kommt er freudestrahlend und vermeldet Netzempfang. Ich habe mich derweil darüber gemacht den Sicherungskasten auszubauen und einen Zusammenhang dazu herzustellen was alles nicht funktioniert. Das ist aber wegen meinem angeheiterten Zustand heute nicht mehr zu verstehen.

Die Nacht ist laut, zum einen wegen der Musik aus der Bar und zum anderen wegen der lauten Bahnlinie. Ich schlafe unruhig und schlecht. Der Campingplatz ist ein Krampf, danke, nie weder! Wir haben die Wecker auf 6 Uhr gestellt. Auf geht‘s, wir haben viel vor. Frühstück wollen wir an der Tankstelle besorgen. Dann der Schock: Toyi springt nach dem Tanken nicht mehr an. Beim Umdrehen des Zündschlüssels macht er keinen einzigen Mucks! Kein Geräusch, kein einziges Lämpchen leuchtet mehr. So ein Mist, jetzt ist alles hin. Wir messen die Batterien durch, checken Sicherungen. Wir sind ratlos. Habe ich gestern Nacht einen Schmarrn gemacht? Mit Hilfe der Tankwarte schieben wir Toyi von der Zapfsäule weg zum Parkplatz. Der ehrgeizige Krüger Plan scheint gerade dahin zu gehen. Das gestrige Glück müssen wir heute wieder einbüßen. Was immer wir auch tun, wir verstehen nicht warum der Karren nicht anspringt, die Elektrik muss total verrückt spielen. Eine Südafrikanische Familie erklärt sich schließlich bereit Toyi an ihren Range Rover anzuhängen und anzuschleppen. Das klappt jedenfalls beim zweiten Versuch und Toyi läuft wieder. Diverse Lämpchen-Anzeigen flackern, das gibt mir zu denken. Jetzt nur nicht mehr den Motor abstellen. So traue ich mich jedenfalls nicht mehr in den Krüger Park zu fahren, das ist klar. Außerdem haben wir drei Stunden verloren. Übermorgen geht unser Heimflug, da will ich jetzt nichts mehr riskieren. Toyi muss irgendwie in einen zuverlässigeren Zustand gebracht werden, sonst kann ich nicht in Ruhe nach Hause fliegen. Wir kleben den Zündschlüssel im Zündschloss mit Klebeband ab und fahren so ohne Umwege Richtung Pretoria. Toyis Motor darf auf keinen Fall abgestellt werden. Sollten wir eine Pause machen, sperren wir die Türen mit den Ersatzschlüsseln. Nach sieben Stunden flotter Fahrt erreichen wir Pretoria am späten Ostersonntag Nachmittag. Dort shoppen wir bei laufendem Motor nach allem was Toyi gut tun könnte und erreichen noch rechtzeitig vor der Dunkelheit Toyis zu Hause, denn wir haben weiterhin keine funktionierende Beleuchtung. Dort stellen wir zum ersten Mal seit heute Morgen den Motor ab. Springt er wieder an? Top die Wette gilt. Ich behalte Recht, er macht auch dieses Mal keinen Mucks. Doch plötzlich sprühen Funken aus dem Motorraum, das Batterieverbindungskabel schlackert lose in der Klemme! Mann, das ist es. Das hat überhaupt nichts mit dem Wasserschaden zu tun und wäre so einfach gewesen. Ein schnelle Reparatur und rums Toyi springt 1A an, da flackert dann auch keine Anzeige mehr. Jetzt können wir beruhigt zum Abendessen übergehen. Hatsch hat einen riesigen Fisch gekauft den wir auf dem Feuer grillen, er schmeckt uns phantastisch. Morgen werden wir uns weiter um Toyi kümmern.

Der Ostermontag steht ganz im Zeichen der Toyi Reparatur und Fehlersuche. Dabei finden wir heraus dass einige Relais kaputt sind und das die Ursache für die nichtfunktionierende Beleuchtung, Lüftung usw ist. Der Sicherungskasten wird nochmal ausgebaut, durchgemessen und alle Kontakte gereinigt und gepflegt. Einige Sicherungen sind durch und nach dem Ersetzen gehen auch die Dieselpumpe, der Kompressor und die Bordsteckdosen wieder. Wir tauschen die Öle aller vier Getriebe, tauschen Brems- und Kupplungsflüssigkeit, und am Ende des Tages steht Toyi gar nicht mehr so übel da. Den Rest werde ich erledigen wenn ich eines Tages wieder komme. Am Abend belohnen wir uns mit einer Pizza, die wir in der Stadt holen.

An unserem letzten Tag stellen wir Toyi auf seinem angestammten Platz ab. Die Sitze sind noch immer nicht trocken, also lassen wir die Fenster offen, auch auf die Gefahr hin dass sich dann wieder allesmögliche an Ungeziefer im Toyi einnisten wird. Am Flughafen von Johannesburg trennen sich dann Hatsch' und meine Wege. Er nimmt den Nachtflug nach Frankfurt und ich den nach München. Das waren aufregende zwei Wochen, aber mit ihm zusammen hat Abenteuer richtig Spaß gemacht. Gerne wieder!    

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